Petr Zubek: Die offene Hand, 2014
Petr Zubek: Hand

Petr Zubek: Die offene Hand

Im Herbst 2012 war Petr Zubek gefragt worden, ob er im Rahmen des Kunstprojekts „Erbarmen als soziale Form“ etwas aus seiner eigenen künstlerischen Sicht zur Praxis der Lebensmitteltafeln beisteuern könnte. Immerhin hatte und hat die Caritas als weit gegliederte Organisation erhebliche Schwierigkeiten, sich einheitlich zu diesen Fragen aufzustellen.
Zubek ist wie viele Künstler ein Freund von prägnanten Bildern. Er nahm sich vor, einmal genau zu untersuchen, wie allein schon Hände das Geben und das Nehmen ausdrücken können. Umfangreiche Versuche mit medialen Manipulationen der klassisch gewordenen Hände in Michelangelos Erschaffung Adams führten ihn schließlich dazu, selbst Hände zu zeichnen. Zahlreiche große Kohleskizzen ließen den Medienkünstler darüber nachdenken, ob er diese Bilder „re-animieren“ kann. Am Ende seiner Suche steht eine Art digitaler Dachbodenfund. Ein älteres Fragment einer unterlebensgroßen Skulptur wurde im Internet versteigert. Nachdem er es glücklich erworben hatte, blieb die Frage, wie er dieses materielle Ergebnis seiner künstlerischen Suche handhaben sollte. Zahlreiche inszenatorische Fragen müssen dabei wohl offen bleiben, wie die ausgestreckte Hand oder die zugrunde liegende Problematik.
Zu Petr Zubeks Arbeit existiert ein Essay von Johannes Stahl, den Sie hier herunterladen können.